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title: "KI in der Produktion und Logistik: Anwendungsfälle, Daten, Pflichten und Förderung für KMU"
stand: 2026-10-20
quelle: "Ratgeber der Redaktion des KI-Beratungsatlas. Quellen am Ende. Maßgeblich ist die HTML-Seite unter canonical."
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# KI in der Produktion und Logistik: Anwendungsfälle, Daten, Pflichten und Förderung für KMU

Stand: 20.10.2026, nächste Prüfung bis 04.01.2027

KI in der Produktion erkennt Fehler auf Kamerabildern, sagt aus Maschinendaten den Wartungsbedarf voraus und unterstützt Planung und Energiesteuerung. In der Logistik prognostiziert KI Mengen und Ankunftszeiten, verbessert die Vergabe von Lagerplätzen und liest Frachtpapiere aus. Die Beispiele stammen von Fraunhofer-Instituten, der Plattform Lernende Systeme und Mittelstand-Digital. Dazu lesen Sie, welche Daten Sie brauchen, was Data Act und KI-Verordnung verlangen und welche Förderung es gibt. Dieser Ratgeber ist keine Rechtsberatung.

## Kurz zusammengefasst

- **Anwendungsfälle:** In der Produktion vor allem Sichtprüfung, Anomalieerkennung, vorausschauende Wartung, Planung und Energieoptimierung. In der Logistik Mengenprognosen, Ankunftszeiten, Lagerplätze und Dokumente.
- **Daten zuerst:** Laut Fraunhofer IPT ist eine fehlende oder unzureichende Datengrundlage das größte Hindernis bei Projekten mit maschinellem Lernen.
- **Data Act:** Seit dem 12. September 2025 können Nutzer vernetzter Maschinen die ohne Weiteres verfügbaren Daten unentgeltlich verlangen, wenn sie nicht direkt darauf zugreifen können. Ausnahmen gelten unter anderem für Produkte von Klein- und Kleinstunternehmen.
- **KI-Verordnung:** KI ausschließlich für Qualitätskontrolle oder Leistungsoptimierung ohne Sicherheitsbezug gilt nicht als Sicherheitsbauteil, außer ihr Ausfall oder ihre Fehlfunktion würde Gesundheit und Sicherheit gefährden. Ist KI als Sicherheitsbauteil einer Maschine hochriskant, gelten die Hochrisiko-Pflichten der KI-Verordnung nicht direkt. Sie fällt ab dem 14. Januar 2027 unter die Maschinenverordnung, die ab dem 2. August 2028 um KI-Anforderungen ergänzt wird.
- **Beschäftigte:** KI, die Aufgaben nach individuellem Verhalten zuweist oder Leistung bewertet, gilt ab dem 2. Dezember 2027 in der Regel als hochriskant. Gibt es einen Betriebsrat, müssen Sie ihn schon heute unterrichten, wenn Sie KI in Arbeitsabläufen planen.
- **Förderung (Stand: Oktober 2026):** Die European Digital Innovation Hubs bieten Tests vor einer Investition kostenfrei oder vergünstigt. Das ZIM nimmt seit dem 7. Juli 2026 vorübergehend keine Anträge an, außer mit internationalen Partnern in bi- und multilateralen Ausschreibungen.

## Was KI in Produktion und Logistik bedeutet

Meist geht es um maschinelles Lernen: Ein Verfahren bildet aus Beispieldaten ein Modell für neue Daten. Laut Fraunhofer IOSB passt das, wenn ein Prozess zu kompliziert für eine analytische Beschreibung ist, aber genug Beispieldaten vorliegen, etwa Sensordaten oder Bilder.

2025 nutzten 26 Prozent der Unternehmen in Deutschland mit mindestens 10 Beschäftigten KI. Von diesen setzten 23 Prozent maschinelles Lernen ein, 17 Prozent Bilderkennung und 6 Prozent KI für die autonome Bewegung von Maschinen (Statistisches Bundesamt).

## Anwendungsfälle in der Produktion

| Anwendungsfall | Was die KI tut | Typische Daten |
|---|---|---|
| Visuelle Qualitätsprüfung | erkennt in der Linie Formabweichungen, Kratzer, Risse, Einschlüsse und Fehlmontagen | Kamera- und Sensorbilder in 2D oder 3D |
| Anomalieerkennung | lernt das Normalverhalten einer Anlage und meldet Abweichungen früh | Temperaturen, Drücke, Geschwindigkeiten aus fehlerfreiem Betrieb |
| Vorausschauende Wartung | erkennt den passenden Zeitpunkt für Wartung oder Werkzeugwechsel | Geräusche, Körperschall, Betriebsdaten über längere Zeit |
| Qualitätsvorhersage | sagt früh voraus, ob ein Teil die Spezifikation verfehlen wird | Messwerte entlang der Prozesskette |
| Produktionsplanung | schlägt Prozessketten vor und bereitet Entscheidungen zu Produktionsplänen und Wartungsintervallen vor | Konstruktionsdaten, Fertigungshistorie |
| Energieoptimierung | sagt Energiebedarf und Lastspitzen voraus, erkennt Leckagen und Fehlfunktionen | Verbrauchsdaten von Maschinen und Anlagen |

**Wartung im Mittelstand:** Die Plattform Lernende Systeme beschreibt einen Kunststoffverarbeiter mit rund 100 Beschäftigten. Er sammelte fast ein Jahr lang akustische Signale seiner Maschinen und trainierte damit eine KI, die das optimale Zeitfenster für die Wartung erkennt. Ein Hersteller von Kunststoffkanistern trainierte seine KI mit Daten aus fehlerfreiem Betrieb. Bei Abweichungen löst sie einen Wartungsauftrag aus.

**Planung und Energie:** Fraunhofer IPT beschreibt eine KI, die neue Werkstücke anhand historischer Fertigungsdaten einordnet und Prozessketten vorschlägt. Beim Energieverbrauch hängt die Einsparung laut Mittelstand-Digital Zentrum Chemnitz stark von Branche, Digitalisierungsgrad und Ausgangssituation ab. Nach den Projekterfahrungen des Zentrums beginnen erfolgreiche Anwendungen mit einer systematischen Datenerfassung, nicht mit einer Software.

## Anwendungsfälle in der Logistik

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) beschrieb im Mai 2026 eigene Anwendungen:

| Anwendungsfall | Was die KI tut | Typische Daten |
|---|---|---|
| Mengenprognose | sagt voraus, welche Mengen im Lager ankommen, und hilft bei der Personalplanung | Daten aus ERP, Lagerverwaltung (WMS) und Transportmanagement (TMS), Wetter, Wirtschaftsindizes |
| Ankunftszeit und Touren | berechnet laufend aktualisierte Ankunftszeiten, damit die Disposition Touren umplanen kann | GPS-, Verkehrs-, Terminal- und Wetterdaten, Statusmeldungen |
| Lagerplätze | verbessert die Vergabe von Lagerplätzen für die Kommissionierung | Zugriffsdaten, Saison, Wetter, Werbeaktionen |
| Ladungsträger | erkennt und zählt Paletten, Gitterboxen und Behälter | Kamerabilder, Labels, 1D- und 2D-Codes |
| Dokumente und Aufträge | liest Frachtpapiere aus, prüft die Plausibilität und macht aus Bestellungen per E-Mail, Textnachricht oder Anruf strukturierte Datensätze | Scans, Freitext, Sprachaufnahmen |

ERP, WMS und TMS sollten laut IML standardisierte Schnittstellen haben. Ergebnisse wie Prognosewerte sollen automatisch in diese Systeme zurückfließen.

## Welche Daten Sie brauchen

| Datenquelle | Beispiele | Typische Probleme |
|---|---|---|
| Maschinensteuerung und Sensoren | Temperatur, Druck, Strom, Vibration, Geräusche | Lücken bei einem Sensorausfall |
| Kameras | Bilder von Teilen, Werkzeugen oder Ladungsträgern | zu wenige passende und beschriftete Bilder |
| ERP, Planungssystem, WMS, TMS | Aufträge, Bestände, Stammdaten, Transporthistorie | fehlende Gewichts- oder Maßangaben, uneinheitliche Artikelnummern |
| Manuelle Aufzeichnungen | Messprotokolle, Laborbücher | falsche Einträge |

Laut Fraunhofer IOSB ist es eine wesentliche Hürde, gute Datensätze aus Automatisierungstechnik und Unternehmens-IT zu gewinnen. Für Prognosen, Optimierung und Bilderkennung in der Logistik genügen laut Fraunhofer IML meist 12 bis 18 Monate Bewegungs- und Stammdaten. Bedingung: Die Daten sind vollständig, konsistent und haben Zeitstempel. Fehlen Trainingsbilder, nennt das IML künstlich erzeugte Bilder aus Simulationen als Ausweg.

## Maschinendaten und der Data Act

Die Datenverordnung der EU (Data Act, Verordnung (EU) 2023/2854) gilt seit dem 12. September 2025. Sie regelt den Zugang zu Daten vernetzter Produkte, also Gegenständen, die Daten über ihre Nutzung oder Umgebung erzeugen und übermitteln können (Artikel 2 Nummer 5). Dazu zählen laut Erwägungsgrund 14 auch industrielle Maschinen und Anlagen. Nutzer ist, wer ein vernetztes Produkt besitzt oder es vertraglich nutzen darf, etwa durch Miete oder Leasing (Artikel 2 Nummer 12).

Für Ihren Betrieb heißt das (Stand: Oktober 2026):

- **Zugang:** Können Sie nicht direkt auf die Daten zugreifen, stellt der Dateninhaber Ihnen die ohne Weiteres verfügbaren Daten auf Verlangen bereit. Das geschieht unverzüglich, unentgeltlich und maschinenlesbar (Artikel 4 Absatz 1).
- **Weitergabe:** Auf Ihr Verlangen gibt er die Daten an einen Dritten weiter, etwa an einen Dienstleister für Wartungsanalysen. Für Sie ist das unentgeltlich (Artikel 5 Absatz 1).
- **Welche Daten:** Erfasst sind auch Rohdaten und aufbereitete Sensordaten, etwa zu Temperatur oder Druck. Mit komplexen eigenen Algorithmen abgeleitete Informationen sind nicht erfasst, außer Sie vereinbaren es (Erwägungsgrund 15).
- **Grenzen:** Geschäftsgeheimnisse gibt der Dateninhaber nur heraus, wenn vorher Maßnahmen zum Schutz ihrer Vertraulichkeit getroffen sind (Artikel 4 Absatz 6). Ein Konkurrenzprodukt zur Maschine dürfen Sie mit den Daten nicht entwickeln (Artikel 4 Absatz 10).
- **Ausnahmen:** Die Pflichten gelten nicht für Daten aus Produkten von Klein- und Kleinstunternehmen. Das gilt nur, solange diese nicht mit größeren Unternehmen verbunden sind und nicht als Unterauftragnehmer arbeiten (Artikel 7 Absatz 1).
- **Neue Produkte und Kauf:** Produkte, die nach dem 12. September 2026 in Verkehr gebracht wurden, machen die Daten standardmäßig zugänglich (Artikel 3 Absatz 1, Artikel 50). Vor dem Kauf, der Miete oder dem Leasing nennt Ihnen der Vertragspartner unter anderem Art, Format und Umfang der Daten und den Zugriffsweg (Artikel 3 Absatz 2).

## KI-Verordnung: Wann KI in Maschinen hochriskant ist

Die KI-Verordnung der EU (AI Act, Verordnung (EU) 2024/1689) gilt seit dem 27. Juli 2026 in der Fassung des Digital-Omnibus, Verordnung (EU) 2026/1744. Wichtig für die Industrie:

1. **Sicherheitsbauteil:** Hochriskant nach Artikel 6 Absatz 1 ist KI, die als Sicherheitsbauteil eines Produkts aus Anhang I dient oder selbst ein solches Produkt ist, wenn das Produkt eine Konformitätsbewertung durch Dritte braucht. Ein Sicherheitsbauteil soll Risiken für Gesundheit und Sicherheit von Personen oder Eigentum abwenden oder mindern. Oder sein Ausfall oder seine Störung gefährdet sie (Artikel 3 Nummer 14).
2. **Keine Sicherheitsfunktion:** KI ausschließlich für nicht sicherheitsrelevante Aspekte wie Leistungsoptimierung, Effizienz, Automatisierung oder Qualitätskontrolle ist kein Sicherheitsbauteil (Artikel 6 Absatz 1a). Eine Kamera-KI, die nur Kratzer findet, fällt also in der Regel nicht unter diese Regel. Würde ihr Ausfall oder ihre Fehlfunktion Gesundheit und Sicherheit gefährden, gilt sie doch als Sicherheitsbauteil (Artikel 6 Absatz 1b).
3. **Maschinen:** Der Digital-Omnibus hat die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 von Abschnitt A in Abschnitt B von Anhang I verschoben (Nummer 21). Für KI-Systeme, die nach Artikel 6 Absatz 1 als Teil einer Maschine hochriskant sind, gelten deshalb nur Artikel 6 Absatz 1, Artikel 60a zu Tests unter Realbedingungen und die Artikel 102 bis 112 (Artikel 2 Absatz 2). Die Hochrisiko-Pflichten der KI-Verordnung, auch die für Betreiber, gelten für sie nicht direkt. Die Kommission muss die Anforderungen per delegiertem Rechtsakt in Anhang III der Maschinenverordnung aufnehmen. Diese Rechtsakte gelten ab dem 2. August 2028 (Artikel 8 der Maschinenverordnung in der Fassung des Digital-Omnibus).
4. **Fahrzeuge:** Auch die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen steht in Abschnitt B (Nummer 18 und 19).

Die Maschinenverordnung selbst gilt ab dem 14. Januar 2027 (Artikel 54). Selbstlernende Sicherheitsbauteile und Maschinen mit eingebetteten selbstlernenden Systemen für Sicherheitsfunktionen brauchen dann ein Verfahren mit einer notifizierten Stelle, etwa eine EU-Baumusterprüfung (Anhang I Teil A Nummer 5 und 6, Artikel 25 Absatz 2). Das trifft vor allem Hersteller. Wer eine Maschine wesentlich verändert, gilt aber selbst als Hersteller (Artikel 18).

## KI am Arbeitsplatz: Beschäftigte und Betriebsrat

- **Hochrisiko:** Anhang III Nummer 4 nennt KI, die Aufgaben nach individuellem Verhalten oder persönlichen Merkmalen zuweist oder Leistung und Verhalten von Beschäftigten beobachtet und bewertet. Ein Lagersystem, das Aufträge nach der gemessenen Leistung Einzelner verteilt, kann darunter fallen. Die Pflichten gelten ab dem 2. Dezember 2027.
- **Information:** Vor dem Einsatz eines solchen Systems am Arbeitsplatz informieren Arbeitgeber die Arbeitnehmervertreter und die betroffenen Beschäftigten (Artikel 26 Absatz 7), ebenfalls ab dem 2. Dezember 2027.
- **Verbot:** KI, die Emotionen am Arbeitsplatz ableitet, ist seit dem 2. Februar 2025 verboten, außer aus medizinischen Gründen oder Sicherheitsgründen (Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe f).
- **Betriebsrat:** Gibt es einen Betriebsrat, unterrichtet der Arbeitgeber ihn über die Planung von Arbeitsabläufen, ausdrücklich auch über KI (§ 90 Absatz 1 Nummer 3 BetrVG). Bei technischen Einrichtungen zur Überwachung von Verhalten oder Leistung bestimmt er mit (§ 87 Absatz 1 Nummer 6). Laut Bundesarbeitsgericht reicht es, dass die Einrichtung dafür objektiv geeignet ist (1 ABR 16/23, Rn. 25). Das kann auch Kameras zur Qualitätsprüfung oder im Lager betreffen.
- **KI-Kompetenz:** Anbieter und Betreiber ergreifen Maßnahmen, um die KI-Kompetenz ihres Personals zu unterstützen (Artikel 4, in geänderter Fassung seit dem 27. Juli 2026). Mehr im Ratgeber [KI-Schulungspflicht](https://www.ki-beratungsatlas.de/ratgeber/ki-kompetenz-ai-act/).

## Pilot statt Großprojekt

Das Fraunhofer IML rät, bewusst klein zu beginnen, aber Strukturen anzulegen, die wachsen können. Es beschreibt fünf Schritte:

1. **Problem benennen:** Wählen Sie einen klar bezifferbaren Schwachpunkt, etwa hohe Wartezeiten im Wareneingang.
2. **Daten prüfen:** Ein kurzer Daten-Check zeigt, ob Historie, Detailtiefe und Qualität reichen.
3. **Ziele festlegen:** Vereinbaren Sie vor dem Start messbare Zielgrößen, etwa weniger Fehlmengen.
4. **Klein starten:** Ein erstes einfaches Produkt verarbeitet laut IML häufig nach acht bis zwölf Wochen echte Daten in einem abgegrenzten Teilprozess.
5. **Ausweiten:** Erst wenn die Ziele erreicht sind, folgt die Skalierung.

Für das Team hat sich laut IML auch in KMU ein Trio bewährt: Fachbereich, IT und eine Person mit Daten- oder KI-Schwerpunkt.

### Was den Aufwand bestimmt

Marktpreise nennen wir nicht, denn Angebote unterscheiden sich stark. Den Aufwand bestimmen vor allem:

- **Daten:** Zusammenführen, Bereinigen und Beschriften.
- **Technik und Schnittstellen:** Nachrüsten von Sensoren oder Kameras, Anbindung an Maschinensteuerungen, ERP, WMS oder TMS.
- **Betriebsmodell:** Für die meisten seiner Logistik-Anwendungen nennt das IML für Cloud-Lösungen oft zwei bis vier Monate bis zum Einsatz, für einen Betrieb auf eigenen Servern erfahrungsgemäß sechs bis zwölf Monate.
- **Laufender Betrieb:** Überwachung der Modelle, Sicherheitsupdates und Nachtraining.

Mehr dazu in den Ratgebern [Was kostet KI?](https://www.ki-beratungsatlas.de/ratgeber/ki-kosten/) und [Was kostet KI-Beratung?](https://www.ki-beratungsatlas.de/ratgeber/was-kostet-ki-beratung/).

## Förderung für KI in Produktion und Logistik

Stand der Angaben: Oktober 2026.

- [European Digital Innovation Hubs](https://www.ki-beratungsatlas.de/foerderung/edih-germany/): 16 Hubs in Deutschland bieten unter anderem Tests vor einer Investition, kostenfrei oder vergünstigt. Nach Artikel 28 AGVO darf ein KMU solche Leistungen bis zu 200.000 Euro in drei Jahren nutzen.
- [Mittelstand-Digital Zentren](https://www.ki-beratungsatlas.de/foerderung/mittelstand-digital-zentren/): Laut mittelstand-digital.de bleibt das Angebot kostenfrei und anbieterneutral (Beitrag vom 19.10.2026). Im Januar 2027 starten die ersten fünf regionalen Zentren des neuen Netzwerks, eines davon mit dem Thema Produktion und Logistik. Es ist kein Zuschuss: Die Zentren bieten selbst Orientierung, Qualifizierung und Begleitung.
- [KI-Transfer Plus (Bayern)](https://www.ki-beratungsatlas.de/foerderung/by-ki-transfer-plus/): In neun Monaten setzt ein mittelständisches Unternehmen einen eigenen KI-Anwendungsfall bis zum Pilotbetrieb um. Eines von acht bayerischen KI-Regionalzentren begleitet es. Die Teilnahme kostet laut Bayern Innovativ 29.000 Euro netto, einen Zuschuss nennt die Programmseite nicht. Bewerbungen laufen für den Start im April 2027.
- [ZIM](https://www.ki-beratungsatlas.de/foerderung/zim/): Seit dem 7. Juli 2026 nimmt das Programm vorübergehend keine Anträge an. Ausgenommen sind Anträge mit internationalen Partnern in bi- und multilateralen Ausschreibungen.
- [Digitalbonus.Bayern](https://www.ki-beratungsatlas.de/foerderung/by-digitalbonus/): für kleine gewerbliche Unternehmen mit Betriebsstätte in Bayern, unter 50 Beschäftigten und mit höchstens 10 Millionen Euro Umsatz oder Bilanzsumme. Bis zu 50 Prozent, im Digitalbonus Plus bis 30.000 Euro. Robotik und KI nennt das Programm ausdrücklich. Beratung und Schulung zählen nur zusammen mit einer eingeführten Lösung. Begonnene Maßnahmen fördert es nicht. Laufzeit bis 31.12.2027.
- [KI-Richtlinie Mecklenburg-Vorpommern](https://www.ki-beratungsatlas.de/foerderung/mv-ki-foerderung/): für KMU der gewerblichen Wirtschaft mit bis zu 100 Beschäftigten und Betriebsstätte im Land. 50 Prozent, höchstens 50.000 Euro je Vorhaben. Das Vorhaben muss überwiegend selbstlernende KI einsetzen. Die Richtlinie gilt bis 31.12.2027.

Weitere Programme zeigen [Förderprogramme](https://www.ki-beratungsatlas.de/foerderung/), [Kostenlose KI-Beratung](https://www.ki-beratungsatlas.de/kostenlose-ki-beratung/) und die Ratgeber [KI-Förderung 2026](https://www.ki-beratungsatlas.de/ratgeber/ki-foerderung/) und [Förderung für Digitalisierung](https://www.ki-beratungsatlas.de/ratgeber/foerderung-digitalisierung/).

## Checkliste für den Start

- [ ] Einen Prozess mit klarem Problem wählen, etwa Ausschuss, Stillstände oder Wartezeiten.
- [ ] Den heutigen Zustand messen, um den Nutzen später zu belegen.
- [ ] Datenquellen auflisten und auf Lücken, Zeitstempel und einheitliche Artikelnummern prüfen.
- [ ] Beim Hersteller vernetzter Maschinen fragen, welche Daten Sie nach dem Data Act abrufen können.
- [ ] Klären, ob die KI eine Sicherheitsfunktion erfüllen soll. Dann gelten besondere Regeln der Maschinenverordnung.
- [ ] Betriebsrat und Datenschutz früh einbinden, wenn Kameras oder Auswertungen Beschäftigte erfassen können.
- [ ] Ein Team aus Fachbereich, IT und Datenschwerpunkt benennen und messbare Ziele festlegen.
- [ ] Kostenfreie Angebote und Förderung prüfen, bevor Sie einen Auftrag vergeben.

## Berater für Industrie-KI finden

Firmen für Bilderkennung und Maschinendaten zeigt die Seite [Industrie-KI](https://www.ki-beratungsatlas.de/schwerpunkt/industrie-ki/), für Datenaufbereitung und Prognosen [Daten und maschinelles Lernen](https://www.ki-beratungsatlas.de/schwerpunkt/daten-ml/). Nach Branchen finden Sie Firmen unter [Industrie und Produktion](https://www.ki-beratungsatlas.de/branche/industrie-produktion/), [Logistik](https://www.ki-beratungsatlas.de/branche/logistik/) und [Automobil und Mobilität](https://www.ki-beratungsatlas.de/branche/automobil-mobilitaet/), nach Region unter [KI-Beratung nach Region](https://www.ki-beratungsatlas.de/ki-beratung/).

Fragen Sie Anbieter nach ähnlichen Projekten und nach dem Umgang mit Ihren Daten. Mehr dazu in den Ratgebern [KI-Berater finden](https://www.ki-beratungsatlas.de/ratgeber/ki-berater-finden/) und [KI im Unternehmen einführen](https://www.ki-beratungsatlas.de/ratgeber/ki-im-unternehmen-einfuehren/).

## Häufige Fragen zu KI in Produktion und Logistik

### Wie wird KI in der Produktion eingesetzt?

KI prüft Teile auf Kamerabildern, erkennt Abweichungen in Maschinendaten und sagt den passenden Zeitpunkt für die Wartung voraus. Sie hilft auch bei der Planung von Prozessketten und beim Energieverbrauch, etwa mit Prognosen von Lastspitzen.

### Welche Beispiele für KI in der Logistik gibt es?

Das Fraunhofer IML nennt unter anderem Mengenprognosen für die Personalplanung, laufend aktualisierte Ankunftszeiten für die Tourenplanung und eine bessere Vergabe von Lagerplätzen. Kamerasysteme erkennen und zählen Ladungsträger. Sprachmodelle lesen Frachtpapiere aus und machen aus Bestellungen per E-Mail oder Anruf strukturierte Datensätze.

### Welche Daten braucht KI in der Fertigung?

Typisch sind Daten aus Maschinensteuerungen und Sensoren, Kamerabilder und Daten aus ERP- und Planungssystemen. Laut Fraunhofer IPT ist eine fehlende oder unzureichende Datengrundlage das größte Hindernis bei Projekten mit maschinellem Lernen. Prüfen Sie deshalb früh, ob Ihre Daten vollständig, konsistent und mit Zeitstempeln vorliegen.

### Ist KI in einer Maschine ein Hochrisiko-KI-System?

Nach Artikel 6 Absatz 1 der KI-Verordnung dann, wenn sie als Sicherheitsbauteil dient oder selbst das Produkt ist und eine Konformitätsbewertung durch Dritte nötig ist. KI ausschließlich für nicht sicherheitsrelevante Qualitätskontrolle oder Leistungsoptimierung ist kein Sicherheitsbauteil, außer ihr Ausfall oder ihre Fehlfunktion würde Gesundheit und Sicherheit gefährden. Für solche Hochrisiko-KI in Maschinen gilt statt der Hochrisiko-Pflichten der KI-Verordnung die Maschinenverordnung: ab dem 14. Januar 2027 mit einem Verfahren bei einer notifizierten Stelle für selbstlernende Sicherheitsbauteile, ab dem 2. August 2028 mit zusätzlichen KI-Anforderungen (Stand: Oktober 2026). Unabhängig davon gilt KI, die Beschäftigte bewertet oder Aufgaben nach ihrem Verhalten zuweist, in der Regel als hochriskant, mit Pflichten ab dem 2. Dezember 2027 (Anhang III).

### Was regelt der Data Act für Maschinendaten?

Seit dem 12. September 2025 können Nutzer vernetzter Maschinen die ohne Weiteres verfügbaren Daten vom Dateninhaber verlangen, wenn sie nicht direkt darauf zugreifen können. Das ist für sie unentgeltlich, auf Verlangen auch als Weitergabe an einen Dritten. Geschäftsgeheimnisse gibt der Dateninhaber nur mit Maßnahmen zum Schutz ihrer Vertraulichkeit heraus, und ein Konkurrenzprodukt zur Maschine darf der Nutzer mit den Daten nicht entwickeln. Ausnahmen gelten für Produkte von Klein- und Kleinstunternehmen, solange diese nicht mit größeren Unternehmen verbunden sind und nicht als Unterauftragnehmer arbeiten.

### Muss der Betriebsrat bei KI in Produktion oder Lager mitreden?

Gibt es einen Betriebsrat, unterrichtet der Arbeitgeber ihn über die Planung von Arbeitsabläufen, ausdrücklich auch über KI (§ 90 Absatz 1 Nummer 3 BetrVG). Bei technischen Einrichtungen, die objektiv geeignet sind, Verhalten oder Leistung zu überwachen, hat er ein Mitbestimmungsrecht (§ 87 Absatz 1 Nummer 6 BetrVG). Das kann auch Kameras zur Qualitätsprüfung oder im Lager betreffen.

### Gibt es Förderung für KI in der Produktion?

Ja, je nach Bundesland und Vorhaben (Stand: Oktober 2026). Die European Digital Innovation Hubs bieten Tests vor einer Investition kostenfrei oder vergünstigt. Der Digitalbonus.Bayern gilt für kleine gewerbliche Unternehmen mit Betriebsstätte in Bayern, unter 50 Beschäftigten und mit höchstens 10 Millionen Euro Umsatz oder Bilanzsumme. Er zahlt bis zu 50 Prozent, im Digitalbonus Plus bis zu 30.000 Euro, nur für Maßnahmen, die noch nicht begonnen haben. Das ZIM nimmt seit dem 7. Juli 2026 vorübergehend keine Anträge an, außer mit internationalen Partnern in bi- und multilateralen Ausschreibungen.

*Hinweis: Dieser Ratgeber beschreibt den Stand vom 20.10.2026. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Wir prüfen ihn spätestens am 04.01.2027 erneut.*

## Quellen

- [Fraunhofer IPT: Whitepaper Künstliche Intelligenz in der Einzel- und Kleinserienfertigung, S. 12, 15, 18, 22 und 23](https://www.ipt.fraunhofer.de/content/dam/ipt/de/documents/whitepaper/fraunhofer-ipt-whitepaper-kuenstliche-intelligenz-in-der-einzel-und-kleinserienfertigung.pdf), abgerufen am 20.10.2026
- [Fraunhofer IPA: KI-gestützte Automatisierung für Qualitätsprozesse (Inline-Prüfung, Quality Monitoring, Predictive Quality)](https://www.ipa.fraunhofer.de/de/loesungen/digitalisierung-und-ki/data-engineering-und-analytics/ki-gestuetzte-automatisierung-fuer-qualitaetsprozesse.html), abgerufen am 20.10.2026
- [Fraunhofer IOSB: Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen für die industrielle Fertigung (Abschnitte zu Maschinellem Lernen und zu Daten aus Maschinen und Anlagen)](https://www.iosb.fraunhofer.de/de/geschaeftsfelder/automatisierung-digitalisierung/ressourcenoptimierung-prozessoptimierung-produktion/ki-ml-datenanalyse/kuenstliche-intelligenz-maschinelles-lernen-industrie.html), abgerufen am 20.10.2026
- [Fraunhofer IML: KI in der Logistik – Anwendungsbeispiele aus dem Fraunhofer IML (White Paper, Ausgabe 41, 27.05.2026), S. 8, 12, 14, 16–18, 21, 24 und 25](https://www.iml.fraunhofer.de/content/dam/iml/de/documents/101/19_Whitepaper_KI_Logistik.pdf), abgerufen am 20.10.2026
- [Fraunhofer IML: Projekt InstaScan – Digitalisieren von Dokumenten in der Logistik](https://www.iml.fraunhofer.de/de/projekte/2024/instascan-dokumente-digitalisieren.html), abgerufen am 20.10.2026
- [Plattform Lernende Systeme: KI im Mittelstand (Stand Juni 2021), Praxisbeispiele S. 12 f. und 24 f.](https://www.plattform-lernende-systeme.de/files/Downloads/Publikationen/PLS_Booklet_KMU.pdf), abgerufen am 20.10.2026
- [BMWi und Plattform Industrie 4.0: Wegweiser KI in der Industrie 4.0 (Mai 2020), S. 44](https://www.plattform-i40.de/IP/Redaktion/DE/Downloads/Publikation/ki-in-der-industrie-4-0-orientierung-anwendungsbeispiele-handlungsempfehlungen.pdf?__blob=publicationFile&v=7), abgerufen am 20.10.2026
- [Mittelstand-Digital Zentrum Chemnitz: Nachgelesen – KI im Energiemanagement: Potenziale und Praxisbeispiele für KMU (Juli 2026), S. 2–5](https://digitalzentrum-chemnitz.de/downloads/nachgelesen_energie-sparen-mit-ki-2/), abgerufen am 20.10.2026
- [Statistisches Bundesamt: Unternehmen mit Nutzung von Technologien der künstlichen Intelligenz nach Beschäftigtengrößenklassen, Berichtsjahr 2025 (Stand 24.11.2025)](https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Unternehmen/IKT-in-Unternehmen-IKT-Branche/Tabellen/ikti-unternehmen-kuenstliche-intelligenz.html), abgerufen am 20.10.2026
- [Verordnung (EU) 2023/2854 (Datenverordnung, Data Act), Art. 2 Nr. 5 und 12, Art. 3 Abs. 1 und 2, Art. 4 Abs. 1, 6 und 10, Art. 5 Abs. 1, Art. 7 Abs. 1, Art. 50, Erwägungsgründe 14 und 15 – EUR-Lex, ABl. L, 2023/2854, 22.12.2023](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32023R2854), abgerufen am 20.10.2026
- [Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), konsolidierte Fassung vom 27.07.2026, Art. 2 Abs. 2, Art. 3 Nr. 14, Art. 4, Art. 5 Abs. 1 Buchst. f, Art. 6 Abs. 1, 1a und 1b, Art. 26 Abs. 7, Art. 60a, Art. 113, Anhang I Abschnitt B Nr. 18, 19 und 21, Anhang III Nr. 4 – EUR-Lex](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:02024R1689-20260727), abgerufen am 20.10.2026
- [Verordnung (EU) 2026/1744 vom 8. Juli 2026 (Digital-Omnibus-Verordnung zur KI), Art. 1 Nr. 2, 4, 5, 8, 40 und 41, Art. 3 Nr. 1, Art. 4, Erwägungsgründe 7 und 42 – EUR-Lex, ABl. L, 2026/1744, 24.7.2026](https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2026/1744/oj/deu), abgerufen am 20.10.2026
- [Verordnung (EU) 2023/1230 über Maschinen, Art. 18, Art. 25 Abs. 2, Art. 54, Anhang I Teil A Nr. 5 und 6 – EUR-Lex, ABl. L 165, 29.6.2023](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32023R1230), abgerufen am 20.10.2026
- [Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), § 87 Abs. 1 Nr. 6](https://www.gesetze-im-internet.de/betrvg/__87.html), abgerufen am 20.10.2026
- [Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), § 90 Abs. 1 Nr. 3](https://www.gesetze-im-internet.de/betrvg/__90.html), abgerufen am 20.10.2026
- [Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 16.07.2024 – 1 ABR 16/23, Rn. 25](https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/1-abr-16-23/), abgerufen am 20.10.2026
- [Europäische Kommission: Katalog der European Digital Innovation Hubs, Deutschland (16 EDIHs, Serviceangebot)](https://european-digital-innovation-hubs.ec.europa.eu/edih-catalogue/countries/germany), abgerufen am 20.10.2026
- [Europäische Kommission: FAQ European Digital Innovation Hubs, Fragen D.12 und E.1 (kostenfreie oder vergünstigte Leistungen, Art. 28 AGVO)](https://european-digital-innovation-hubs.ec.europa.eu/faq/faq-european-digital-innovation-hubs), abgerufen am 20.10.2026
- [Mittelstand-Digital: Nahtloser Übergang – Neues Netzwerk der Mittelstand-Digital Zentren startet ab 1. Januar 2027 (Beitrag vom 19.10.2026)](https://www.mittelstand-digital.de/MD/Redaktion/DE/Artikel/Blog/blog-beitrag-75_neues-netzwerk-mdz-2027.html), abgerufen am 20.10.2026
- [Bayern Innovativ: KI-Transfer Plus (Programmseite, Teilnahmebedingungen und Programmstart April 2027)](https://www.bayern-innovativ.de/detail/ki-transfer-plus/), abgerufen am 20.10.2026
- [Förderzentrale Deutschland: Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) – vorübergehender Antragsstopp](https://foerderzentrale.gov.de/partner/zim), abgerufen am 20.10.2026
- [Digitalbonus.Bayern: Förderprogramm (Antragsberechtigung, Förderbereiche, nicht förderfähige Kosten, Standard und Plus)](https://www.digitalbonus.bayern/foerderprogramm/), abgerufen am 20.10.2026
- [Mecklenburg-Vorpommern: Richtlinie über die Gewährung von De-minimis-Zuwendungen zur Förderung der Anwendung von Künstlicher Intelligenz vom 10.06.2026 (AmtsBl. M-V 2026 Nr. 26 S. 521), Nr. 3.1, 4.1, 4.7, 5.2, 5.3 und Schlussbestimmung](https://www.tbi-mv.de/fileadmin/user_upload/Richtline_KI-Foerderung.pdf), abgerufen am 20.10.2026
