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Förderung

Förderung für KI-Weiterbildung: 9 Programme (Stand Oktober 2026)

Bund und Länder fördern die Weiterbildung von Beschäftigten, auch zu Künstlicher Intelligenz (KI). Diese Seite zeigt die Programme mit Satz, Höchstbetrag und Bedingungen.

Die Programme fördern Weiterbildung, keine Beratung. Die Bedingungen unterscheiden sich stark: Manche Programme beantragt der Betrieb, andere die einzelne Person. Prüfen Sie vor der Anmeldung zum Kurs, welches Programm passt.

KI-Weiterbildung für Mitarbeiter: was Arbeitgeber wissen sollten

Viele Betriebe wollen ihr Team im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) schulen. Für die Kosten gibt es drei Wege:

  1. Kurze KI-Schulungen und Workshops erreichen die Mindestdauer für eine Förderung durch die Agentur für Arbeit nicht. Prüfen Sie die Programme Ihres Landes in der Tabelle unten. In Brandenburg und Rheinland-Pfalz gibt es Programme für die betriebliche Weiterbildung, die der Betrieb selbst beantragt.
  2. Längere Weiterbildungen mit mehr als 120 Stunden kann die Agentur für Arbeit nach § 82 SGB III fördern. Kurs und Bildungsträger brauchen dafür eine Zulassung.
  3. Kostenfreie Angebote öffentlicher Stellen, etwa der Mittelstand-Digital Zentren oder der Zukunftszentren. Eine Übersicht steht unter Kostenlose KI-Beratung.

Was der Betrieb bei § 82 SGB III tun kann

  • Die Lehrgangskosten beantragt die beschäftigte Person. Sollen mehrere Beschäftigte mit vergleichbarem Bedarf dieselbe Weiterbildung machen, genügt ein Sammelantrag des Betriebs. Die Beschäftigten oder der Betriebsrat müssen zustimmen.
  • Den Zuschuss zum Arbeitsentgelt für die Zeit der Weiterbildung erhält der Betrieb.
  • Stellen Sie den Antrag möglichst früh vor Beginn. Ansprechpartner ist der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit.
  • Schulungen zu einer Software, die nur Ihr Betrieb nutzt, fördert die Agentur für Arbeit nicht.

Ist die Weiterbildung für Beschäftigte steuerpflichtig?

Zahlt der Arbeitgeber eine Weiterbildung im ganz überwiegenden betrieblichen Interesse, ist das kein Arbeitslohn. So steht es in den Lohnsteuer-Richtlinien (R 19.7 LStR). Das betriebliche Interesse liegt vor, wenn die Weiterbildung die Einsatzfähigkeit im Betrieb erhöhen soll. Klären Sie Einzelfälle mit Ihrer Steuerberatung.

Niedersachsen

Das frühere Programm „Weiterbildung in Niedersachsen“ ist 2023 ausgelaufen. Heute fördert die NBank Bildungsträger für überbetriebliche Kurse. Teilnehmende zahlen dann eine niedrigere Kursgebühr. Schulungen nur für einen Betrieb fördert das Programm nicht. Am 19.10.2026 standen dafür keine Mittel mehr zur Verfügung.

KI-Fortbildung oder KI-Weiterbildung?

Ob Fortbildung oder Weiterbildung: Gemeint ist meist ein Kurs, in dem Beschäftigte den Umgang mit KI lernen. Das Berufsbildungsgesetz kennt zwei Arten der beruflichen Fortbildung (§ 1 Absatz 4 BBiG):

  • Die Anpassungsfortbildung erhält vorhandene Fähigkeiten und passt sie an neue Anforderungen an.
  • Die höherqualifizierende Fortbildung erweitert die Fähigkeiten und ermöglicht einen beruflichen Aufstieg.

Eine Pflicht zur KI-Fortbildung nennt das Gesetz nicht. Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt aber Maßnahmen zur KI-Kompetenz. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber KI-Schulungspflicht nach dem AI Act.

KI-Weiterbildung bei der IHK

  • Die DIHK-Bildungs-gGmbH entwickelt mit den Industrie- und Handelskammern bundesweite IHK-Zertifikatslehrgänge. Zu KI gibt es zum Beispiel KI-Manager (IHK), KI-Tool-Experte (IHK), Betriebliche/-r KI-Beauftragte/-r (IHK), Generative AI Expert (IHK) und KI-Scout (IHK) für Auszubildende.
  • Die KI-Lehrgänge umfassen etwa 56 bis 89 Stunden. Die IHK Frankfurt bietet den KI-Manager (IHK) zum Beispiel mit 64 Stunden live online und etwa 25 Stunden Selbstlernen an.
  • Am Ende steht ein lehrgangsinterner Test. Das IHK-Zertifikat ist kein öffentlich-rechtlicher Abschluss wie eine Aufstiegsfortbildung mit IHK-Prüfung.
  • Mit diesem Umfang erreichen die Lehrgänge die Mindestdauer von mehr als 120 Stunden nach § 82 SGB III nicht.
  • Eine öffentlich-rechtliche Prüfung zu KI bietet zum Beispiel die IHK Region Stuttgart an. Für solche Aufstiegsfortbildungen gibt es das Aufstiegs-BAföG. § 82 SGB III fördert Kurse nicht, die auf ein solches Ziel vorbereiten (§ 22 Absatz 1a SGB III).

KI-Manager (IHK): sinnvoll für Ihr Unternehmen? Laut DIHK richtet sich der Lehrgang an Beschäftigte kleiner und mittlerer Unternehmen. Er passt, wenn eine Person KI-Vorhaben im Betrieb begleiten soll. Für das übrige Team kann eine kürzere Schulung genügen. Laut Bundesnetzagentur hängt der Bedarf von den KI-Systemen, den Risiken und den Vorkenntnissen ab. Anbieter finden Sie unter KI-Schulung für Unternehmen.

Bund

Programme des Bundes. Status, Prüfdatum und Link stehen auf der Karte.

Weiterbildung Beschäftigter nach § 82 SGB III (Agentur für Arbeit)

Die Agentur für Arbeit kann Weiterbildungen von Beschäftigten fördern. Die Agentur für Arbeit spricht dabei oft vom Qualifizierungschancengesetz (QCG). Dieses Gesetz hat die Förderung ausgebaut.

Wer beantragt
Die Lehrgangskosten beantragt die beschäftigte Person. Nehmen mehrere Beschäftigte mit vergleichbarem Bedarf an derselben Weiterbildung teil, kann der Arbeitgeber einen Sammelantrag stellen; die Beschäftigten oder der Betriebsrat müssen zustimmen. Den Zuschuss zum Arbeitsentgelt erhält der Arbeitgeber. Ansprechpartner ist der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit.
Lehrgangskosten
Bis zu 100 Prozent (unter 50 Beschäftigte), bis zu 50 Prozent (50 bis 499), bis zu 25 Prozent (ab 500)
Zuschuss zum Arbeitsentgelt
Bis zu 75 Prozent (unter 50 Beschäftigte), bis zu 50 Prozent (50 bis 499), bis zu 25 Prozent (ab 500)
Mindestdauer
Mehr als 120 Stunden
Bildungsträger
Kurs und Träger brauchen eine Zulassung nach AZAV
Rechtsanspruch
Nein. Die Agentur entscheidet im Einzelfall.
Quelle
gesetze-im-internet.de, Agentur für Arbeit
Stand
17.10.2026

Weitere Bedingungen nach § 82 SGB III:

  • Die Weiterbildung geht über eine kurze Anpassung an den eigenen Arbeitsplatz hinaus.
  • Der Berufsabschluss liegt in der Regel mindestens zwei Jahre zurück.
  • Die Person hat in den letzten zwei Jahren keine Förderung nach § 82 erhalten.
  • Kurse, zu denen der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet ist, fördert die Agentur nicht.
  • In Betrieben unter 500 Beschäftigten übernimmt die Agentur für Personen ab 45 Jahren und für schwerbehinderte Menschen bis zu 100 Prozent der Lehrgangskosten.
  • Mit einer Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag zur Weiterbildung sinkt der Anteil des Arbeitgebers an den Lehrgangskosten um fünf Prozentpunkte. Der Zuschuss zum Arbeitsentgelt kann um fünf Prozentpunkte steigen.

Was das für KI-Schulungen heißt: Ein Workshop von einem oder zwei Tagen erreicht die 120 Stunden nicht. Gefördert werden nur längere Kurse mit Zulassung. Solche Kurse finden Sie unter anderem im Portal mein NOW der Bundesagentur für Arbeit.

KOMPASS für Solo-Selbstständige

KOMPASS fördert die eigene Weiterbildung von Solo-Selbstständigen. Das Programm gehört zum Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und zum Europäischen Sozialfonds Plus.

Wer beantragt
Solo-Selbstständige im Haupterwerb, seit mindestens zwei Jahren am Markt, mit Wohnsitz und Tätigkeit in Deutschland
Beschäftigte
Höchstens eine Vollzeitstelle
Zuschuss
Anteilig, bis zu 4.500 Euro; kein Rechtsanspruch
Mindestdauer
20 Stunden; Abschluss innerhalb von sechs Monaten
Häufigkeit
Einmal in zwölf Monaten
Vorher
Erstberatung bei einer KOMPASS-Anlaufstelle; Kurs noch nicht gebucht
Laufzeit
Bis 29.02.2028; die Zahl der Schecks pro Monat ist bundesweit begrenzt
Quelle
esf.de
Stand
17.10.2026

Es gibt keine zentrale Liste förderfähiger Kurse. Die Anlaufstelle prüft jeden Kurs im Einzelfall.

Länder

Mehrere Länder fördern Weiterbildung mit einem Scheck, einem Bonus oder einem Zuschuss an den Betrieb. Die meisten Programme in der Tabelle beantragt die einzelne Person, nicht der Betrieb.

Die Tabelle zeigt die Programme, die wir am 17.10.2026 auf den Seiten der Fördergeber geprüft haben.

Stand dieser Angaben: 17.10.2026. Wir prüfen sie bis spätestens 16.01.2027.

Brandenburg: Bildungsscheck (Weiterbildungsrichtlinie 2026, Nr. 2.1)

Wer beantragt
Beschäftigte mit Erstwohnsitz in Brandenburg oder Arbeitsvertrag bei einem Brandenburger Unternehmen; keine Selbstständigen
Satz
60 Prozent
Höchstbetrag
Kein Höchstbetrag genannt; Zuschuss mindestens 500 Euro je Antrag
Wichtige Bedingungen
Antrag über das Portal der ILB; keine Ausbildung, kein Studium, keine Umschulung, keine Aufstiegsfortbildung; auch mehrmals pro Jahr möglich; Richtlinie gilt bis 30.06.2027
Stand

Brandenburg: Weiterbildung in Unternehmen und rechtsfähigen Vereinen (Weiterbildungsrichtlinie 2026, Nr. 2.2)

Wer beantragt
Unternehmen, Vereine und Selbstständige mit Sitz oder Betriebsstätte in Brandenburg
Satz
Höchstens 50 Prozent
Höchstbetrag
Kein Höchstbetrag je Kurs genannt; Zuschuss mindestens 1.000 Euro
Wichtige Bedingungen
Antrag vor Beginn; keine Kurse, zu denen das Unternehmen gesetzlich verpflichtet ist; keine Produktschulungen, die im Kaufpreis enthalten sind; Richtlinie gilt bis 30.06.2027
Stand

Hamburg: Weiterbildungsbonus PLUS

Wer beantragt
Die Person selbst, nicht der Arbeitgeber. Angestellte in Betrieben unter 250 Beschäftigten, ab 15 Wochenstunden, mit höchstens einem Ausbildungsabschluss. Auch Selbstständige im Haupterwerb mit Wohnsitz in Hamburg
Satz
40 Prozent (Regelsatz)
Höchstbetrag
750 Euro (Kurs bis 2.499 Euro), 1.000 Euro (ab 2.500 Euro)
Wichtige Bedingungen
Mindestens 8 Stunden; kein Coaching, kein Einzelunterricht; Antrag spätestens 4 Wochen vor Beginn; in der Regel einmal pro Kalenderjahr
Stand

Nordrhein-Westfalen: Bildungsscheck 2.0

Wer beantragt
Nur Privatpersonen mit Wohnsitz in NRW
Satz
50 Prozent
Höchstbetrag
500 Euro
Wichtige Bedingungen
Zu versteuerndes Einkommen bis 50.000 Euro (gemeinsam 100.000 Euro); einmal pro Kalenderjahr; Anmeldung im ESF-Portal mindestens einen Tag vor Kursbeginn
Stand

Rheinland-Pfalz: QualiScheck

Wer beantragt
Beschäftigte mit Hauptwohnsitz oder Arbeitsort in Rheinland-Pfalz; keine Selbstständigen
Satz
60 Prozent
Höchstbetrag
1.500 Euro pro Person, Weiterbildung und Kalenderjahr
Wichtige Bedingungen
Antrag spätestens einen Monat vor Beginn; Kurskosten ab 100 Euro; betriebliche Weiterbildung des Arbeitgebers ist ausgeschlossen
Stand

Rheinland-Pfalz: Betriebliche Weiterbildung

Wer beantragt
Unternehmen des Privatrechts mit Sitz oder selbstständiger Niederlassung in Rheinland-Pfalz
Satz
Bis zu 40 Prozent (Region Trier bis zu 50 Prozent)
Höchstbetrag
1.500 Euro je Teilnehmenden; 30.000 Euro je Unternehmen und Kalenderjahr
Wichtige Bedingungen
Kurse bis 120 Stunden, auch Inhouse durch externe Anbieter; Antrag spätestens einen Monat vor Beginn; Kurskosten ab 100 Euro
Stand

Schleswig-Holstein: Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstein

Wer beantragt
Angestellte mit Arbeitsstelle in Schleswig-Holstein; keine Selbstständigen, keine Auszubildenden
Satz
60 Prozent
Höchstbetrag
5.000 Euro je Weiterbildung
Wichtige Bedingungen
Arbeitgeber trägt mindestens 40 Prozent; mindestens 16 Zeitstunden; Antrag spätestens 4 Wochen vor Beginn; Weiterbildung muss bis 31.12.2028 enden
Stand

Sachsen: Förderung der beruflichen Weiterbildung (individuell und betrieblich) pausiert

Ausgesetzt. Die SAB nimmt derzeit keine Anträge an. Der Doppelhaushalt 2025/2026 sieht keine weiteren Mittel vor.

Quelle: sab.sachsen.de · Stand

Für die anderen Länder haben wir noch keine Weiterbildungsprogramme geprüft. Fragen Sie dort bei der Förderbank des Landes oder bei Ihrer Kammer nach.

Hinweise zu den Länderprogrammen

  • Brandenburg und Rheinland-Pfalz: Bei der betrieblichen Weiterbildung beantragt das Unternehmen selbst. Das passt zu Schulungen für ein ganzes Team.
  • Nordrhein-Westfalen: Den Bildungsscheck 2.0 beantragen nur Privatpersonen. Die Rechnung muss an die Person gehen, nicht an den Betrieb.
  • Rheinland-Pfalz: Der QualiScheck fördert keine betriebliche Weiterbildung des Arbeitgebers. Er passt, wenn Beschäftigte selbst einen Kurs wählen.
  • Schleswig-Holstein: Kurse mit begleitendem Coaching beim Arbeitgeber fördert der Bonus nicht. Der Träger braucht ISO 9001, eine Zulassung nach AZAV oder das Prüfsiegel von Weiterbildung Hamburg e. V.
  • Doppelförderung: Mehrere Programme schließen eine zweite öffentliche Förderung für denselben Kurs aus. Fragen Sie vorher nach.

Schulung als Teil eines Digitalisierungsprojekts

Einige Länderprogramme fördern Schulungen nur zusammen mit einem Projekt. Ein Beispiel ist die Einführung einer neuen Software.

Brandenburg: BIG-Digital

50 Prozent, höchstens 50.000 Euro für Schulungen. Die Schulung gehört zu einem geförderten Implementierungsprojekt. Vorher ist eine kostenlose Beratung bei der WFBB nötig.

Bayern: Digitalbonus.Bayern

Zuschuss bis zu 50 Prozent. Beratung und Schulung für die neue Lösung dürfen bis zu 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben ausmachen. Sie zählen nur zusammen mit der Einführung einer Lösung. Nur für kleine Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit weniger als 50 Beschäftigten. Das Programm läuft bis 31.12.2027.

So gehen Sie vor

  1. Klären Sie, wer die Schulung braucht: einzelne Beschäftigte, ein Team oder Sie selbst als Solo-Selbstständige.
  2. Klären Sie die Dauer. Mehr als 120 Stunden öffnen den Weg zu § 82 SGB III.
  3. Prüfen Sie das Programm Ihres Landes in der Tabelle oben.
  4. Stellen Sie den Antrag vor der Anmeldung zum Kurs. Die meisten Programme fördern keine Kurse, die schon begonnen haben.
  5. Fragen Sie den Anbieter nach den Nachweisen, die das Programm verlangt, etwa AZAV oder ISO 9001.

Anbieter für KI-Schulungen finden Sie unter KI-Schulung für Unternehmen. Kostenlose Schulungen öffentlicher Stellen finden Sie unter Kostenlose KI-Beratung.

Hinweis

Unabhängiges Verzeichnis. Keine Verbindung zu BAFA, BMAS oder Förderstellen. Förderfähigkeit im Einzelfall prüfen.

Alle Angaben stammen aus den verlinkten Quellen der Fördergeber. Die Programme ändern sich oft. Stand: .

Die Texte der Redaktion auf dieser Seite haben wir am 19.10.2026 geprüft. Nächste Prüfung bis 19.01.2027.

Quellen