KI-Schulungspflicht? Was Artikel 4 AI Act wirklich verlangt
Stand: 19.10.2026 · nächste Prüfung bis 19.01.2027
Gibt es eine KI-Schulungspflicht?
Ja und nein. Unternehmen, die KI im Beruf nutzen, müssen Maßnahmen ergreifen
Kurz zusammengefasst
- Artikel 4 gilt für Anbieter und Betreiber
von KI-Systemen . Betreiber ist auch ein Unternehmen, das einKI-Tool im Beruf nutzt. - Artikel 4 gilt seit dem 2. Februar 2025.
- Seit dem 27. Juli 2026 gilt eine geänderte Fassung. Sie stammt aus der Verordnung (EU) 2026/1744, dem sogenannten Digital-Omnibus zur KI.
- Unternehmen müssen Maßnahmen ergreifen
, um die KI-Kompetenz ihres Personals zu unterstützen. Ein bestimmtes Niveau müssen sie für niemanden garantieren. - Ein Zertifikat verlangt Artikel 4 nicht.
- Die Aufsicht liegt in Deutschland bei der Bundesnetzagentur, soweit keine Fachbehörde zuständig ist. Sie überwacht die Regeln seit dem 2. August 2026.
- Ein eigenes Bußgeld
für Artikel 4 nennen weder die KI-Verordnung noch das deutsche Durchführungsgesetz (KI-MIG ). Die Behörden können aber Maßnahmen ergreifen.
Was „KI-Kompetenz “ bedeutet
Wen Artikel 4 betrifft
- Anbieter
entwickeln ein KI-System oder lassen es entwickeln. Sie bringen es unter eigenem Namen in Verkehr oder nehmen es so in Betrieb. - Betreiber
verwenden ein KI-System in eigener Verantwortung. Ausgenommen ist die rein private, nicht berufliche Nutzung.
Was Artikel 4 heute verlangt
Die geänderte Fassung hat drei Absätze:
- Anbieter und Betreiber
ergreifen Maßnahmen, um die Entwicklung der KI-Kompetenz zu unterstützen. Das gilt für ihr Personal und für andere Personen, die in ihrem AuftragKI-Systeme betreiben und nutzen. Zu berücksichtigen sind Vorwissen, Erfahrung, Ausbildung und der Einsatzkontext. Auch die Personen, bei denen die KI eingesetzt wird, spielen eine Rolle. - Kommission und Mitgliedstaaten unterstützen Anbieter und Betreiber, insbesondere KMU. Die Kommission veröffentlicht dazu praktische Beispiele auf einer zentralen Informationsplattform.
Das nimmt Empfehlungen an. Sie unterstützen Kommission und Mitgliedstaaten, unter anderem mit gemeinsamen Zielen.KI-Gremium
Was sich durch den Digital-Omnibus geändert hat
Daten zum Gesetzgebungsverfahren:
- Vorschlag der Kommission: 19. November 2025 (laut FAQ der Kommission)
- Standpunkt des Europäischen Parlaments: 16. Juni 2026
- Beschluss des Rates: 29. Juni 2026
- Unterzeichnung: 8. Juli 2026
- Veröffentlichung: Amtsblatt der EU, ABl. L, 2026/1744, 24.7.2026
- Inkrafttreten: am dritten Tag nach der Veröffentlichung, also am 27. Juli 2026
Wichtig: Artikel 4 wurde nicht gestrichen. Die Pflicht, Maßnahmen zu ergreifen, besteht weiter.
Seit wann Artikel 4 gilt
Wer in Deutschland kontrolliert
Droht ein Bußgeld?
Was Artikel 4 nicht verlangt
- Kein Zertifikat. Die FAQ der Kommission sagen ausdrücklich, dass kein Zertifikat nötig ist.
- Keine vorgeschriebene Schulung. Die FAQ nennen keine festen Vorgaben und keine Pflichtschulungen. Die passende Form hängt vom Kontext ab.
- Kein garantiertes Niveau. Das steht seit dem 27. Juli 2026 im Gesetzestext selbst.
- Keine vorgeschriebene Dokumentation. Laut FAQ können Unternehmen Schulungen und andere Maßnahmen intern festhalten.
Was Sie praktisch tun können
Diese Schritte sind Vorschläge, keine gesetzliche Liste:
- Überblick schaffen:
Welche KI-Tools nutzt Ihr Team, und wofür? - Rollen klären: Wer nutzt KI täglich, wer nur gelegentlich? Eine feste Ansprechperson hilft. Gesetzlich vorgeschrieben ist sie nicht, siehe
.KI-Beauftragter - Regeln festlegen: Eine kurze interne Richtlinie klärt, welche Daten in welche Tools dürfen. Eine Vorlage bietet der Ratgeber
.KI-Richtlinie für Unternehmen - Wissen aufbauen: Wählen Sie Formate, die zu den Aufgaben passen. Das kann eine Schulung, eine Einweisung oder ein Leitfaden sein.
- Festhalten: Notieren Sie, wer wann welche Maßnahme genutzt hat.
- Wiederholen: Tools ändern sich. Prüfen Sie Ihre Maßnahmen regelmäßig.
Vorlage: Maßnahmen festhalten
| Person oder Rolle | Maßnahme | Datum | Nächste Prüfung | |
|---|---|---|---|---|
| Vertrieb (3 Personen) | Textassistent für Angebote | Einweisung, 2 Stunden, mit interner Richtlinie | 15.09.2026 | 15.03.2027 |
| Buchhaltung | Leitfaden zu Datenschutz und Prüfung der Ergebnisse | 01.10.2026 | 01.04.2027 | |
| Geschäftsführung | alle freigegebenen Tools | Workshop zu Chancen, Risiken und Regeln | 20.10.2026 | 20.10.2027 |
Ergänzen Sie bei Bedarf, wer die Maßnahme durchgeführt hat und welches Material es gab.
Wie Schulungsanbieter im Atlas passen
Im
Achten Sie bei der Auswahl auf diese Punkte:
- Passt die Schulung zu den Tools und Aufgaben in Ihrem Betrieb?
- Werden Datenschutz und Grenzen der Tools behandelt?
- Bekommen Sie Material, mit dem Sie die Maßnahme festhalten können?
- Eine Teilnahmebescheinigung kann nützlich sein. Gesetzlich verlangt ist sie nach Artikel 4 nicht.
Förderung und kostenfreie Angebote für Schulungen
- Mittelstand-Digital Zentren
: Angebote für KMU, auch mit KI-Trainerinnen und -Trainern. Das Netzwerk wird zum Jahreswechsel 2026/2027 neu aufgestellt. Laut mittelstand-digital.de bleibt das gesamte Angebot dabei kostenfrei (Stand 19.10.2026). Für das neue Netzwerk schreibt die Förderbekanntmachung das auch vor. - KOMPASS: Solo-Selbstständige erhalten bis zu 4.500 Euro Zuschuss für eine Qualifizierung.
- Weiterbildungsförderung der Arbeitsagentur
: nur für Weiterbildungen mit mehr als 120 Stunden. Kurze KI-Workshops passen nicht. - Digitalbonus.Bayern: Schulungen zählen nur für eine Lösung, die Sie mit dem Digitalbonus einführen.
Weitere Programme finden Sie auf der Seite
Häufige Fragen zur KI-Schulungspflicht
Gibt es eine Pflicht zur KI-Schulung ?
Gibt es eine KI-Fortbildungspflicht?
Seit wann gilt die Pflicht?
Artikel 4 gilt seit dem 2. Februar 2025. Die geänderte Fassung gilt seit dem 27. Juli 2026. Die Behörden überwachen die Regeln seit dem 2. August 2026.
Brauchen wir einen Nachweis oder ein Zertifikat?
Ein Zertifikat ist nicht nötig. Einen förmlichen Nachweis schreibt Artikel 4 nicht vor. Es hilft aber, die Maßnahmen intern festzuhalten, zum Beispiel in einer Tabelle mit Person oder Rolle, genutzten Tools, Maßnahme, Datum und nächster Prüfung.
Gilt die Pflicht, wenn das Team nur ChatGPT oder Copilot nutzt?
Müssen auch kleine Betriebe handeln?
Artikel 4 kennt keine Größengrenze. Die Maßnahmen dürfen aber zum Betrieb passen. Für einen kleinen Betrieb kann eine kurze Einweisung mit klaren Regeln genügen. Kommission und Mitgliedstaaten sollen KMU dabei unterstützen.
Wer kontrolliert in Deutschland?
Hinweis: Dieser Ratgeber beschreibt den Rechtsstand vom 19.10.2026. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Wir prüfen ihn spätestens am 19.01.2027 erneut.
Quellen
Alle Quellen haben wir am angegebenen Tag aufgerufen.
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Verordnung (EU) 2024/1689 ( KI-Verordnung ),Art. 3 Nr. 3 , 4 und 56,Art. 4 (Ursprungsfassung),Art. 99 ,Art. 113 –EUR-Lex , ABl. L, 2024/1689, 12.7.2024 -
Verordnung (EU) 2026/1744 vom 8. Juli 2026 (Digital-Omnibus-Verordnung zur KI), Art. 1 Nr. 5 (neuerArt. 4 ),Nr. 31 (Art. 75 ),Nr. 32 (Art. 75c ),Nr. 40 (Art. 113 ),Art. 4 (Inkrafttreten), Erwägungsgrund 8 –EUR-Lex , ABl. L, 2026/1744, 24.7.2026 - Europäische Kommission: AI Literacy – Questions & Answers (Stand laut Seite 27.07.2026)
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Gesetz zur Marktüberwachung und Innovationsförderung von künstlicher Intelligenz ( KI-MIG ) vom 22. Juli 2026, BGBl. 2026 INr. 223 ,§ 2 Abs. 1 und§ 15 -
Bundesnetzagentur, KI-Service Desk:KI-Kompetenz (nicht vorgeschriebene Maßnahmen, Sorgfaltspflicht, Dokumentation) - BMWE: Pressemitteilung vom 23.12.2025 zum neuen Netzwerk der Mittelstand-Digital Zentren
- Mittelstand-Digital: Neues Netzwerk der Mittelstand-Digital Zentren startet ab 1. Januar 2027 (Beitrag vom 19.10.2026)
- Bundesanzeiger: Förderbekanntmachung Mittelstand-Digital (BAnz AT 22.12.2025 B2)
- ESF Plus: KOMPASS – Kompakte Hilfe für Solo-Selbstständige
- Bundesagentur für Arbeit: Weiterbildungsförderung für Beschäftigte
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§ 82 SGB III – Förderung beschäftigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer - Digitalbonus.Bayern: Förderprogramm