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Ratgeber

KI-Automatisierung im Mittelstand: 20 Prozesse, Bewertung, Förderung und Regeln

Stand: 19.10.2026 · nächste Prüfung bis 04.01.2027

KI-Automatisierung heißt: Software erledigt wiederkehrende Arbeitsschritte und versteht dabei auch Texte, Belege, Bilder oder Sprache. Klassische Workflow-Automatisierung und RPA folgen dagegen nur festen Regeln, die Menschen vorher festgelegt haben. Im Mittelstand lohnt sich KI-Automatisierung vor allem dort, wo viele gleichartige Vorgänge anfallen: im Posteingang, bei Belegen, Angeboten und Kundenanfragen. Dieser Ratgeber ist anbieterneutral und nennt keine Produkte. Er ist keine Rechtsberatung.

Kurz zusammengefasst

  • Unterschied: KI-Automatisierung verarbeitet auch unstrukturierte Eingaben wie E-Mails, PDFs oder Fotos. Regelbasierte Workflows und RPA arbeiten nur mit festen Wenn-dann-Regeln.
  • Verbreitung: 2025 nutzten 26 Prozent der Unternehmen in Deutschland mit mindestens 10 Beschäftigten KI. Von diesen nutzten 27 Prozent KI zur Automatisierung von Arbeitsabläufen oder zur Entscheidungsfindung (Statistisches Bundesamt).
  • Gute Kandidaten sind Prozesse mit vielen gleichartigen Vorgängen, digitalen Daten und Fehlern, die man leicht erkennt und korrigiert.
  • Datenschutz: Artikel 22 DSGVO schließt ausschließlich automatisierte Entscheidungen über Personen mit rechtlicher oder ähnlich erheblicher Wirkung grundsätzlich aus.
  • AI Act: KI, die Bewerbungen sichtet oder Beschäftigte bewertet, gilt in der Regel als hochriskant. Die Pflichten dafür gelten ab dem 2. Dezember 2027.
  • Förderung (Stand: Oktober 2026): Der Digitalbonus.Bayern zahlt kleinen gewerblichen Unternehmen in Bayern bis zu 30.000 Euro und nennt KI ausdrücklich. Das BAFA bezuschusst Beratung für Anträge bis 31.12.2026.
  • Kosten: Den Preis bestimmen vor allem Schnittstellen, Datenlage, Ausnahmen und laufende Gebühren.

Was KI-Automatisierung ist

Bei KI-Automatisierung übernimmt ein KI-System einen Teil der Arbeitsschritte. Die KI-Verordnung der EU (AI Act) beschreibt ein KI-System so: Es leitet aus Eingaben ab, wie es Ausgaben erzeugt, etwa Vorhersagen, Inhalte, Empfehlungen oder Entscheidungen (Artikel 3 Nummer 1).

Erwägungsgrund 12 grenzt ab: Systeme, die nur nach Regeln arbeiten, die ausschließlich Menschen festgelegt haben, sollen nicht unter den Begriff fallen. Unverbindliche Leitlinien der Kommission vom Februar 2025 helfen bei der Abgrenzung.

Viele KI-Workflows verbinden beides. Feste Regeln steuern den Ablauf, zum Beispiel: „Rechnungen über einem Grenzbetrag gehen an die Geschäftsführung.“ Die KI übernimmt den Schritt, für den man Text verstehen muss: „Ist diese E-Mail eine Reklamation?“ Für Texte nutzen viele Lösungen große Sprachmodelle (LLM). Die KI-Verordnung nennt große generative KI-Modelle ein typisches Beispiel für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck (Erwägungsgrund 99).

MerkmalRegelbasierter WorkflowRPA (Software-Roboter)KI-Automatisierung
ArbeitsweiseWenn-dann-Regeln, die Menschen festlegenahmt Klicks und Eingaben in vorhandenen Programmen nachleitet aus Eingaben ab, was gemeint ist
Eingabenstrukturierte Daten aus Formularen und Schnittstellenstrukturierte Daten in Bildschirmmaskenauch Freitext, PDFs, Scans, Fotos und Sprache
Bei neuen Fällenstoppt oder irrt, bis jemand die Regel anpasststoppt, wenn sich eine Maske ändertordnet Varianten ein, kann sich aber irren
KI-Verordnungmeist kein KI-System (Erwägungsgrund 12)meist kein KI-System, solange nur feste Regeln laufenKI-System, Pflichten je nach Rolle und Risiko

Nicht jeder Prozess braucht KI. Ein Beispiel ist die E-Rechnung, die § 14 UStG zwischen Unternehmen im Inland grundsätzlich vorschreibt (Übergangsregeln bis Ende 2026 oder 2027, § 27 Absatz 38 UStG). Ihr strukturiertes Format ermöglicht eine elektronische Verarbeitung. Eine KI muss die Daten nicht erst aus einem Bild lesen.

Systeme, die mehrere Arbeitsschritte selbst planen und ausführen, behandelt der Ratgeber Agentische KI im Mittelstand.

Prozesskatalog: 20 Prozesse nach Abteilung

Der Aufwand ist unsere redaktionelle Einschätzung für die Einführung, keine Messung. Er steigt mit Schnittstellen, unsauberen Daten und hohen Fehlerfolgen.

BereichProzessWas KI übernimmtVoraussetzungAufwand
PosteingangBriefpost verteilenScan lesen, Dokumentart erkennen, weiterleitenPost wird gescannt, Zuständigkeiten sind klarniedrig
E-MailSammelpostfach sortierenAnliegen und Dringlichkeit erkennen, weiterleitenZugriff auf das Postfach, feste Kategorienniedrig
E-MailAntworten entwerfenEntwurf aus Vorlagen und Wissen erstellengepflegte Textbausteine, Freigabe durch Mitarbeitendemittel
DokumenteDokumente ablegenKunde, Datum und Art erkennen, verschlagwortenfeste Ablagestrukturniedrig
RechnungseingangRechnungen als PDF oder PapierDaten auslesen, Bestellung zuordnen, Kontierung vorschlagendigitale Bestelldaten, Freigaberegelnmittel
RechnungseingangE-Rechnungen prüfenKontierung vorschlagen, Abweichungen meldenstrukturierte E-Rechnung, Bestelldatenniedrig
BuchhaltungZahlungen zuordnenunklare Verwendungszwecke offenen Posten zuordnendigitale Kontoumsätzemittel
VertriebAngebote erstellenAnfrage auslesen, Positionen und Text vorschlagenArtikel- und Preisliste, frühere Angebotemittel
VertriebAnfragen vorqualifizierenAnfrage einordnen, fehlende Angaben erfragenklare Kriterien, Kundendaten im CRMmittel
KundenserviceAnfragen sortierenThema, Sprache und Dringlichkeit erkennenTicketsystem, feste Kategorienniedrig
KundenserviceChat-Assistent auf der Websitehäufige Fragen beantworten, an Menschen übergebengepflegte Wissensbasis, Hinweis auf KImittel
KundenserviceReklamationen erfassenSchilderung und Fotos auslesen, Fall anlegenfester Reklamationsablaufmittel
ReportingMonatsbericht erstellenZahlen zusammenfassen, Abweichungen kommentierensaubere Datenquellen, feste Kennzahlenmittel
OrganisationBesprechungen protokollierenGespräch verschriftlichen, Aufgaben ableitenZustimmung der Teilnehmenden, Datenschutzprüfung, Betriebsrat einbindenniedrig
HRFragen von Beschäftigten beantwortenFragen zu Urlaub oder Bescheinigungen beantwortenaktuelle interne Regeln, Betriebsrat einbindenmittel
HRBewerbungen vorsortierenUnterlagen sichten und bewertenPrüfung nach AI Act (Hochrisiko) und Artikel 22 DSGVO, Betriebsrathoch
EinkaufAuftragsbestätigungen abgleichenmit der Bestellung vergleichen, Abweichungen meldenBestelldaten im ERPmittel
EinkaufLieferantenangebote vergleichenAngebote auslesen und vergleichbar macheneinheitliche Kriterienniedrig
QualitätSichtprüfung mit KameraFehler auf Bildern erkennenviele Bilder guter und fehlerhafter Teile, gleiches Lichthoch
ProduktionWartungsbedarf erkennenMuster in Maschinendaten erkennenSensordaten über längere Zeit, Ausfallhistoriehoch

Anbieter für Bilderkennung und Maschinendaten listet die Seite Industrielle KI & Computer Vision.

Bewertungsraster: Welcher Prozess eignet sich?

Das Raster ist eine Arbeitshilfe, kein gesetzlicher Maßstab.

KriteriumGute VoraussetzungWarnsignalFrage an Ihr Team
Mengeviele gleichartige Vorgänge pro Wochewenige Einzelfälle im JahrWie oft fällt der Vorgang an?
Regelmäßigkeitähnlicher Ablauf, klares Ergebnisjeder Fall ist andersLässt sich der Ablauf in wenigen Schritten beschreiben?
Datenlagedigital, zugänglich, genug BeispielePapier, verstreute DateienWo liegen die Daten, und wer darf darauf zugreifen?
FehlerfolgenFehler fallen auf und lassen sich leicht korrigierenFehler kosten Geld, Kunden oder FristenWas passiert, wenn die KI falsch liegt?
Risikokeine Entscheidung über Menschen, keine sensiblen DatenEntscheidungen über Bewerber, Kunden oder KrediteBetrifft das Ergebnis Personen direkt?

Ein guter erster Prozess schneidet bei Menge, Regelmäßigkeit und Datenlage gut ab und zeigt bei Fehlerfolgen und Risiko kein Warnsignal. Sonst planen Sie eine Freigabe durch Menschen ein. Messen Sie vor dem Start, wie lange ein Vorgang heute dauert. Nur so sehen Sie später, ob sich die Automatisierung lohnt.

Selbst bauen, kaufen oder beauftragen?

WegPasst, wennAchten Sie auf
KI-Funktion in vorhandener Software nutzenIhre Buchhaltungs-, CRM- oder Ticketsoftware bietet sie schonDatenflüsse, Zusatzkosten, Abschaltbarkeit
Spezialisierte Standardsoftware kaufender Prozess ist in vielen Firmen gleich, etwa der RechnungseingangSchnittstellen, Auftragsverarbeitung nach Artikel 28 DSGVO, Ausstieg
Selbst bauen, etwa mit einer Workflow-Plattform und einem KI-DienstSie haben IT-Kenntnisse und eine verantwortliche PersonWartung, Dokumentation, Vertretung, Auftragsverarbeitung nach Artikel 28 DSGVO mit dem KI-Dienst
Externe Firma beauftragender Prozess ist speziell oder die Anbindung aufwendigNeutralität, Übergabe, laufende Kosten

Fragen Sie jede Firma, ob sie eigene Software verkauft. Lassen Sie sich auch Alternativen nennen. Die BAFA-Förderung schließt Beratung aus, die auf den Kauf von Produkten des Beraters zielt.

Die Wahl bestimmt auch Ihre Rolle nach der KI-Verordnung. Wer ein fertiges System im Beruf nutzt, ist Betreiber. Wer ein KI-System entwickelt oder entwickeln lässt und unter eigenem Namen in Betrieb nimmt, kann Anbieter sein (Artikel 3 Nummer 3). Inbetriebnahme umfasst auch den Eigengebrauch (Artikel 3 Nummer 11).

Was KI-Automatisierung kostet

Marktpreise nennen wir nicht, denn Angebote unterscheiden sich stark. Diese Punkte bestimmen den Preis:

  • Einmalig: Prozessanalyse, Einrichtung oder Entwicklung, Schnittstellen zu ERP, CRM oder Postfach, Tests mit echten Fällen, Schulung.
  • Laufend: Lizenzen, Gebühren je Dokument, Anfrage oder verarbeiteter Textmenge, Hosting und Wartung.
  • Intern: Zeit für Ausnahmen, Stichproben und Freigaben, auch nach dem Start.

Lassen Sie laufende Kosten getrennt ausweisen. Förderhöchstsätze und weitere Kostentreiber zeigt der Ratgeber Was kostet KI-Beratung?. Lizenzen, Token-Kosten und den laufenden Betrieb erklärt der Ratgeber KI-Kosten im Unternehmen.

Förderung für KI-Automatisierung

Die Angaben stammen aus Förderrichtlinien und Programmseiten (Stand: Oktober 2026). Prüfen Sie die Bedingungen vor dem Auftrag.

  • BAFA-Förderung von Unternehmensberatungen: Je nach Region 50 oder 80 Prozent von höchstens 3.500 Euro Beratungskosten, also höchstens 1.750 oder 2.800 Euro. Gefördert wird nur Einzelberatung durch beim BAFA registrierte Berater, für Anträge bis 31.12.2026.
  • MID – Digitale Prozesse (NRW): Beratung zu Ist-Analyse, Soll-Konzept, Software-Auswahl und Einführung, höchstens 500 Euro je Tagewerk und 15.000 Euro. Maßnahmen, die nur gesetzliche Vorgaben wie die E-Rechnung umsetzen, sind ausgeschlossen. Laut NRW.BANK ist für den Förderaufruf 2026 die maximale Zahl an Anträgen erreicht (abgerufen am 19.10.2026).
  • Digitalbonus.Bayern: für kleine gewerbliche Unternehmen mit Betriebsstätte in Bayern, unter 50 Beschäftigten und mit höchstens 10 Millionen Euro Umsatz oder Bilanzsumme. Bis zu 50 Prozent, im Standard bis 7.500 Euro, im Digitalbonus Plus bis 30.000 Euro. KI nennt das Programm ausdrücklich als Beispiel für Plus. Beratung und Schulung zählen nur zusammen mit einer eingeführten Lösung. Laufzeit bis 31.12.2027.
  • KI-Richtlinie Mecklenburg-Vorpommern: 50 Prozent, höchstens 50.000 Euro je Vorhaben. Gefördert wird selbstlernende KI. Rein regelbasierte Systeme ohne Lernfähigkeit sind ausgeschlossen.
  • KfW ERP-Förderkredit Digitalisierung: ein Kredit, in den Stufen 2 und 3 mit Zuschuss bis 200.000 Euro. KI-Vorhaben zählen zur Stufe 3, wenn die KI eine wesentliche Rolle für das Ziel des Vorhabens spielt und unternehmensinterne Daten nutzt. Standardsoftware mit integrierten KI-Tools zählt nicht.

Öffentlich geförderte Stellen: Die European Digital Innovation Hubs bieten kostenfrei oder vergünstigt Tests vor einer Investition. Die Zukunftszentren beraten KMU zur Einführung von KI, in der vertieften Beratung höchstens zehn Tage. Mehr unter Kostenlose KI-Beratung und im Ratgeber KI-Förderung 2026.

Risiken und Pflichten

Datenschutz: automatisierte Entscheidungen

Nach Artikel 22 DSGVO muss niemand eine Entscheidung hinnehmen, die ausschließlich automatisiert fällt und ihm gegenüber rechtliche Wirkung hat oder ihn ähnlich erheblich beeinträchtigt. Ausnahmen gelten für Entscheidungen, die für einen Vertrag erforderlich sind, die ein Gesetz erlaubt oder in die die Person ausdrücklich einwilligt. Bei Vertrag und Einwilligung muss das Unternehmen mindestens das Recht sichern, das Eingreifen einer Person zu erwirken, den eigenen Standpunkt darzulegen und die Entscheidung anzufechten.

Der Europäische Gerichtshof hat am 7. Dezember 2023 entschieden: Auch ein automatisch errechneter Score kann eine solche Entscheidung sein, wenn etwa eine Bank ihm bei der Kreditvergabe eine maßgebliche Rolle beimisst (Rechtssache C-634/21).

Eine Freigabe durch Menschen hilft nur, wenn sie echt ist. Nach den Leitlinien der Artikel-29-Datenschutzgruppe (WP251rev.01) braucht die prüfende Person Befugnis und Kompetenz, die Entscheidung zu ändern. Ein reines Abnicken reicht nicht.

Über solche Entscheidungen müssen Sie die Betroffenen informieren, auch über die involvierte Logik (Artikel 13 Absatz 2 Buchstabe f). Beruhen sie auf einer systematischen und umfassenden Bewertung von Personen, ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung nötig (Artikel 35 Absatz 3 Buchstabe a). Für Dienstleister, die personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag verarbeiten, gilt Artikel 28 DSGVO. Grundlage ist in der Regel ein Vertrag mit festgelegten Inhalten.

Die Kommission hat im November 2025 Änderungen vorgeschlagen, auch zu Artikel 22. Im Oktober 2026 lag der Vorschlag noch im Ausschuss des Europäischen Parlaments. Es gilt der bisherige Text.

KI-Verordnung (AI Act)

  • KI-Kompetenz: Anbieter und Betreiber müssen Maßnahmen ergreifen, um die KI-Kompetenz ihres Personals zu unterstützen (Artikel 4). Details: KI-Schulungspflicht nach dem AI Act.
  • Hochrisiko: Anhang III Nummer 4 nennt KI, die Bewerbungen sichtet und bewertet, Entscheidungen über Beförderung oder Kündigung beeinflusst oder Leistung bewertet. Die Pflichten gelten ab dem 2. Dezember 2027. Betreiber übertragen dann die menschliche Aufsicht Personen mit Kompetenz und Befugnis (Artikel 26 Absatz 2). Artikel 6 Absatz 3 nennt Ausnahmen, etwa für eng gefasste Verfahrensaufgaben. Ein in Anhang III genanntes System, das Profiling von Personen vornimmt, gilt aber immer als hochriskant.
  • Verbot: KI, die Emotionen am Arbeitsplatz ableitet, ist seit dem 2. Februar 2025 verboten, außer aus medizinischen Gründen oder Sicherheitsgründen (Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe f).
  • Chat-Assistenten: Menschen müssen erfahren, dass sie mit einer KI sprechen, außer es ist offensichtlich. Die Pflicht trifft nach Artikel 50 Absatz 1 den Anbieter. Anbieter ist auch Ihr Unternehmen, wenn es den Assistenten entwickelt oder entwickeln lässt und unter eigenem Namen in Betrieb nimmt (Artikel 3 Nummer 3). Mehr im Ratgeber KI-Kennzeichnungspflicht.

Betriebsrat

Gibt es einen Betriebsrat, muss der Arbeitgeber ihn über die Planung von Arbeitsabläufen unterrichten, ausdrücklich auch über den Einsatz von KI (§ 90 Absatz 1 Nummer 3 BetrVG). Bei technischen Einrichtungen, die zur Überwachung von Verhalten oder Leistung bestimmt sind, hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht (§ 87 Absatz 1 Nummer 6). Laut Bundesarbeitsgericht reicht es, dass ein Tool dafür objektiv geeignet ist. Auf die Absicht des Arbeitgebers kommt es nicht an (Beschluss vom 16.07.2024, 1 ABR 16/23). Muss er die Einführung von KI beurteilen, gilt ein Sachverständiger als erforderlich (§ 80 Absatz 3).

Fehler im laufenden Betrieb

Diese Schritte sind gute Praxis, keine gesetzliche Liste:

  1. Testlauf: Die KI schlägt vor, Menschen entscheiden.
  2. Schwellen: Unsichere Fälle gehen an Menschen.
  3. Stichproben: Prüfen Sie Ergebnisse auch nach dem Start.
  4. Protokoll: Halten Sie fest, was die Automatisierung getan hat.
  5. Rückfallplan: Der Prozess muss auch ohne KI weiterlaufen.

Anbieter für KI-Automatisierung finden

Firmen mit diesem Schwerpunkt zeigt die Seite KI-Automatisierung & KI-Agenten. Für die Anbindung an Ihre Systeme gibt es KI-Implementierung & Softwareentwicklung. Anbieter in Ihrer Nähe finden Sie unter KI-Beratung nach Region. Ob Agentur, Beratung oder Freelancer besser passt, erklärt der Ratgeber Agentur, Berater oder Freelancer?.

Fragen Sie jeden Anbieter, welche Fälle an Menschen gehen und wie er die Fehlerquote misst. Weitere Fragen bietet der Ratgeber KI-Berater finden.

Häufige Fragen zur KI-Automatisierung

Was ist KI-Automatisierung?

KI-Automatisierung bedeutet, dass Software wiederkehrende Arbeitsschritte erledigt und dabei Texte, Belege, Bilder oder Sprache selbst einordnet. Ein Beispiel ist ein Sammelpostfach, in dem die KI Anliegen erkennt und weiterleitet.

Was ist der Unterschied zwischen KI-Automatisierung und RPA?

RPA ahmt Klicks und Eingaben in vorhandenen Programmen nach und folgt festen Regeln. KI-Automatisierung ordnet auch unstrukturierte Eingaben wie E-Mails oder Scans ein, kann sich aber irren. Nach Erwägungsgrund 12 der KI-Verordnung sollen Systeme, die nur von Menschen festgelegte Regeln ausführen, nicht als KI-Systeme gelten.

Was ist der Unterschied zwischen KI und LLM?

KI ist der Oberbegriff für Systeme, die aus Eingaben Ergebnisse wie Vorhersagen, Inhalte oder Empfehlungen ableiten. Ein LLM (Large Language Model) ist ein großes Sprachmodell, das Text verarbeitet und erzeugt. In der Automatisierung liest ein LLM zum Beispiel E-Mails, eine Sichtprüfung nutzt dagegen Bilderkennung.

Welche Prozesse eignen sich für KI-Automatisierung?

Gut geeignet sind Prozesse mit vielen gleichartigen Vorgängen, digitalen Daten und leicht korrigierbaren Fehlern. Typische Beispiele sind Posteingang, Sammelpostfach, Rechnungseingang und das Sortieren von Kundenanfragen. Vorsicht gilt bei Entscheidungen über Menschen, etwa über Bewerber oder Kredite.

Was kostet KI-Automatisierung?

Feste Marktpreise gibt es nicht, jede Firma kalkuliert selbst. Den Preis bestimmen vor allem Prozessanalyse, Schnittstellen, Tests und laufende Gebühren für Lizenzen, Nutzung und Wartung. Dazu kommt interne Zeit für Ausnahmen und Stichproben.

Gibt es Förderung für KI-Automatisierung?

Ja, je nach Bundesland und Vorhaben. Der Digitalbonus.Bayern gilt für kleine gewerbliche Unternehmen mit Betriebsstätte in Bayern, unter 50 Beschäftigten und mit höchstens 10 Millionen Euro Umsatz oder Bilanzsumme. Er zahlt bis zu 50 Prozent, im Digitalbonus Plus bis zu 30.000 Euro. Das BAFA bezuschusst eine Einzelberatung durch registrierte Berater für Anträge bis 31.12.2026 (Stand: Oktober 2026).

Darf eine KI automatisch über Kunden oder Bewerber entscheiden?

Nur in engen Grenzen. Artikel 22 DSGVO schließt ausschließlich automatisierte Entscheidungen mit rechtlicher oder ähnlich erheblicher Wirkung grundsätzlich aus. Ausnahmen gelten, wenn die Entscheidung für einen Vertrag erforderlich ist, ein Gesetz sie erlaubt oder die Person ausdrücklich einwilligt. KI zur Auswahl von Bewerbern gilt zudem nach der KI-Verordnung in der Regel als hochriskant, mit Pflichten ab dem 2. Dezember 2027.

Brauche ich eine Agentur für KI-Automatisierung?

Nicht immer. Bietet Ihre vorhandene Software die Funktion schon oder haben Sie eigene IT-Kenntnisse, kommen Sie oft ohne aus. Eine externe Firma lohnt sich eher bei speziellen Prozessen und aufwendigen Schnittstellen.

Hinweis: Dieser Ratgeber beschreibt den Stand vom 19.10.2026. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Wir prüfen ihn spätestens am 04.01.2027 erneut.

Quellen

Alle Quellen haben wir am angegebenen Tag aufgerufen.

  1. Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 3 Nr. 1, 3, 4 und 11, Art. 5 Abs. 1 Buchst. f, Art. 6 Abs. 3, Art. 26 Abs. 2, Art. 50 Abs. 1, Art. 113, Anhang III Nr. 4, Erwägungsgründe 12 und 99 – EUR-Lex, ABl. L, 2024/1689, 12.7.2024 Abgerufen am 19.10.2026
  2. Verordnung (EU) 2026/1744 vom 8. Juli 2026 (Digital-Omnibus-Verordnung zur KI), Art. 1 Nr. 5 (neuer Art. 4) und Nr. 40 (Art. 113) – EUR-Lex, ABl. L, 2026/1744, 24.7.2026 Abgerufen am 19.10.2026
  3. Europäische Kommission: Meldung vom 6.2.2025 zu den Leitlinien zur Definition eines KI-Systems (Leitlinien nicht verbindlich) Abgerufen am 19.10.2026
  4. Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 13 Abs. 2 Buchst. f, Art. 22, Art. 28 und Art. 35 Abs. 3 Buchst. a – EUR-Lex Abgerufen am 19.10.2026
  5. Artikel-29-Datenschutzgruppe: Leitlinien zu automatisierten Entscheidungen im Einzelfall einschließlich Profiling (WP251rev.01, Fassung vom 6.2.2018), Abschnitt IV.A Abgerufen am 19.10.2026
  6. Gerichtshof der EU: Pressemitteilung Nr. 186/23 vom 7.12.2023 zum Urteil in der Rechtssache C-634/21 (SCHUFA Holding, Scoring) Abgerufen am 19.10.2026
  7. Europäische Kommission: Vorschlag COM(2025) 837 vom 19.11.2025 zur Vereinfachung des digitalen Rechtsrahmens (Digital-Omnibus), Änderung von Art. 22 DSGVO Abgerufen am 19.10.2026
  8. Europäisches Parlament, Legislative Observatory: Verfahren 2025/0360(COD), Digital-Omnibus (COM(2025) 837), Stand: Ausschussphase Abgerufen am 19.10.2026
  9. Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), § 80 Abs. 3, § 87 Abs. 1 Nr. 6 und § 90 Abs. 1 Nr. 3 Abgerufen am 19.10.2026
  10. Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 16.07.2024 – 1 ABR 16/23, Rn. 25 Abgerufen am 19.10.2026
  11. Umsatzsteuergesetz (UStG), § 14 Abs. 1 und 2 (E-Rechnung) Abgerufen am 19.10.2026
  12. Umsatzsteuergesetz (UStG), § 27 Abs. 38 (Übergangsregeln zur E-Rechnung) Abgerufen am 19.10.2026
  13. Statistisches Bundesamt: Unternehmen mit Nutzung von Technologien der künstlichen Intelligenz nach Beschäftigtengrößenklassen, Berichtsjahr 2025 (Stand 24.11.2025) Abgerufen am 19.10.2026
  14. BAFA: Förderrichtlinie Unternehmensberatungen für KMU vom 14.12.2022 in der Fassung vom 12.12.2024, Nr. 2.2, 4.1.1, 4.2.1, 5.2 und 8 Abgerufen am 19.10.2026
  15. NRW.BANK: Mittelstand Innovativ & Digital (MID) – Digitale Prozesse, Hinweis zum Förderaufruf 2026 Abgerufen am 19.10.2026
  16. Digitalbonus.Bayern: Förderprogramm Abgerufen am 19.10.2026
  17. Mecklenburg-Vorpommern: Richtlinie über die Gewährung von De-minimis-Zuwendungen zur Förderung der Anwendung von Künstlicher Intelligenz vom 10.06.2026 (AmtsBl. M-V 2026 Nr. 26 S. 521), Nr. 4.1, 5.2 und 5.3 Abgerufen am 19.10.2026
  18. KfW: Merkblatt ERP-Förderkredit Digitalisierung (Kredit Nr. 511, Stand 23.04.2026), Stufe 3b Künstliche Intelligenz und ERP-Förderzuschuss Abgerufen am 19.10.2026
  19. Europäische Kommission: Katalog der European Digital Innovation Hubs, Deutschland Abgerufen am 19.10.2026
  20. Bundesanzeiger: Richtlinie Zukunftszentren (BAnz AT 30.04.2026 B2), Nr. 2.1.3.1.2 Abgerufen am 19.10.2026

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