Zum Inhalt springen

Schnellsuche

Bereiche

↑ ↓ auswählen · Enter öffnen · Esc schließen Alle KI-Berater mit Filtern
Ratgeber

KI-Agentur, KI-Berater oder Freelancer?

Stand: 17.10.2026 · nächste Prüfung bis 31.12.2026

KI-Agentur, KI-Beratung, Freelancer: Für diese Begriffe gibt es keine feste Abgrenzung. Jede Firma wählt ihre Bezeichnung selbst. Wichtiger als das Etikett ist, was ein Anbieter tatsächlich leistet. Dieser Ratgeber vergleicht drei typische Formen. Er zeigt auch, wie sich die Wahl auf Förderprogramme auswirkt.

Kurz zusammengefasst

  • Beratung passt, wenn Sie zuerst klären wollen, wo KI sich lohnt.
  • Agentur passt, wenn eine konkrete Lösung gebaut und eingeführt werden soll.
  • Freelancer passen für klar umrissene Aufgaben mit internem Ansprechpartner.
  • Förderprogramme stellen eigene Bedingungen an den Anbieter. Prüfen Sie diese vor dem Auftrag.

Drei typische Formen

KI-Beratung

Eine Beratung analysiert Ihre Abläufe und empfiehlt Schritte. Sie verkauft idealerweise keine eigene Software.

Typische Ergebnisse:

  • Potenzialanalyse mit priorisierten Anwendungsfällen
  • KI-Strategie oder Roadmap
  • Auswahlhilfe für Tools und Anbieter
  • Begleitung von Entscheidungen und Veränderungen im Team

Passt gut, wenn Sie noch nicht wissen, wo Sie anfangen sollen. Sie bekommen eine neutrale Einschätzung.

Grenzen: Eine reine Beratung baut meist keine Lösung. Für die Umsetzung brauchen Sie danach oft einen weiteren Partner.

KI-Agentur

Eine Agentur baut Lösungen mit einem eigenen Team, typischerweise aus Entwicklung, Design und Projektleitung. Viele Agenturen betreiben die Lösungen danach auch.

Typische Ergebnisse:

  • Chatbots und KI-Assistenten
  • Automatisierungen von Abläufen
  • Anbindung an CRM, ERP oder E-Mail
  • Betrieb und Wartung nach dem Start

Passt gut, wenn der Anwendungsfall klar ist und Sie eine laufende Lösung brauchen.

Grenzen: Eine Agentur kann Lösungen empfehlen, die sie selbst baut oder betreibt. Fragen Sie nach Alternativen und nach laufenden Kosten.

Freelancer und Einzelberater

Einzelpersonen arbeiten selbstständig. Manche beraten, andere entwickeln, viele tun beides.

Typische Ergebnisse:

  • ein Prototyp oder eine Automatisierung für einen Ablauf
  • ein Workshop oder eine Schulung
  • Unterstützung Ihres eigenen IT-Teams

Passt gut, wenn die Aufgabe klar umrissen ist und Sie intern jemanden haben, der das Projekt steuert.

Grenzen: Fällt die Person aus, steht das Projekt. Klären Sie Vertretung, Dokumentation und Zugänge.

Welche Form passt zu Ihrer Situation?

Ihre SituationNaheliegende Wahl
Sie wissen noch nicht, wo KI hilft.Beratung oder Erstorientierung bei einer öffentlichen Stelle
Sie haben einen klaren Anwendungsfall.Agentur oder Freelancer
Sie brauchen Betrieb und Wartung.Agentur
Ihr Team soll KI sicher nutzen.Schulungsanbieter
Sie haben eine eigene IT und brauchen Verstärkung.Freelancer

Viele Projekte verbinden mehrere Formen. Eine Beratung klärt den Bedarf, eine Agentur setzt um, ein Schulungsanbieter schult das Team. Im Verzeichnis der KI-Berater sehen Sie bei jeder Firma, ob sie Beratung, Umsetzung oder Schulung anbietet. Die Angaben stammen von der Website der Firma.

Eine erste Orientierung bieten auch öffentliche Stellen, zum Beispiel die European Digital Innovation Hubs und die Mittelstand-Digital Zentren. Die Bedingungen stehen auf der Seite Kostenlose KI-Beratung.

Was die Wahl für die Förderung bedeutet

Förderprogramme stellen Bedingungen an den Anbieter. Diese Bedingungen passen nicht zu jeder Form.

BAFA-Förderung von Unternehmensberatungen

  • Die Beratungsfirma muss beim BAFA registriert sein.
  • Für die Registrierung muss mehr als die Hälfte ihres Umsatzes aus bezahlter Unternehmensberatung stammen. Ob eine Agentur oder ein Freelancer das erfüllt, hängt vom Umsatz ab. In begründeten Fällen kann das BAFA eine befristete Ausnahme erteilen. Fragen Sie nach dem Nachweis der Registrierung.
  • Gefördert wird nur Einzelberatung. Seminare, Workshops und Gruppenveranstaltungen fördert das BAFA nicht.
  • Neutralitätsregel: Beratung, die auf den Kauf von Waren oder Leistungen zielt, die die Beratungsfirma selbst vertreibt, ist nicht förderfähig. Eine Agentur kann Sie also nicht mit BAFA-Förderung zu ihrer eigenen Lösung beraten.
  • Die Richtlinie gilt für Anträge bis 31.12.2026.

Details: BAFA-Förderung.

INQA-Coaching

  • Nur Coaches, die für INQA-Coaching autorisiert sind, dürfen das Coaching durchführen.
  • Unteraufträge an andere Coaches sind nicht erlaubt.
  • Das Coaching muss sich auf personalpolitischen oder arbeitsorganisatorischen Veränderungsbedarf im digitalen Wandel beziehen. Die Beschäftigten werden einbezogen.

Details: INQA-Coaching.

Landesprogramme (Beispiele)

  • MID – Digitale Prozesse (NRW): Gefördert wird nur die Beratung, nicht Software, Hardware oder Lizenzen. Die beauftragte Firma braucht einen Sitz in der EU und darf keine Unteraufträge vergeben.
  • DKU Schleswig-Holstein: Kosten einer Firma, die am Förderantrag aktiv mitgewirkt hat, erkennt die WTSH nicht an.

Programme, die Umsetzung fördern

Hier passen Agenturen und entwickelnde Freelancer oft besser:

Mehr Programme finden Sie im Ratgeber KI-Förderung 2026 und unter Förderprogramme.

Worauf Sie bei jeder Form achten sollten

  • Wer arbeitet wirklich? Fragen Sie, ob Subunternehmen oder freie Mitarbeitende beteiligt sind.
  • Datenschutz: Verarbeitet der Anbieter personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag, gilt Artikel 28 DSGVO. Grundlage ist in der Regel ein Vertrag nach Artikel 28 DSGVO.
  • Zugänge: Laufen Konten und Lizenzen auf Ihr Unternehmen oder auf den Anbieter?
  • Dokumentation: Lassen Sie sich die Lösung so dokumentieren, dass ein anderer Partner sie übernehmen kann.
  • Laufende Kosten: Lassen Sie Lizenzen, Hosting und Wartung getrennt ausweisen.

Eine ausführliche Liste mit Fragen bietet der Ratgeber KI-Berater finden: Checkliste für KMU. Wie wir Anbieter erfassen und einordnen, erklärt die Methodik.

Quellen

Alle Quellen haben wir am angegebenen Tag aufgerufen.

  1. BAFA: Förderrichtlinie Unternehmensberatungen für KMU vom 14.12.2022 in der Fassung vom 12.12.2024, Nr. 2.2, 4.1, 4.2.1 und 8 Abgerufen am 17.10.2026
  2. BMAS: Förderrichtlinie INQA-Coaching, Stand 06/2026, Nr. 2.2 Abgerufen am 17.10.2026
  3. NRW.BANK: MID – Digitale Prozesse Abgerufen am 17.10.2026
  4. Digitalbonus.Bayern: Förderprogramm Abgerufen am 17.10.2026
  5. KfW: Merkblatt ERP-Förderkredit Digitalisierung (511/512) Abgerufen am 17.10.2026
  6. WTSH: Digitalisierungsmaßnahmen in kleinen Unternehmen (DKU) Abgerufen am 17.10.2026
  7. Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 28 – EUR-Lex Abgerufen am 17.10.2026

Weitere Ratgeber

Alle Ratgeber
Weiter im Atlas

Passende Seiten